Lieber Mirko, liebe Listenmitglieder, Danke für die Aufklärung! Wenn Du in diesem strengen Sinne das Angebot der LMSCloud als Fork hältst, dann hast Du sicher recht. Die von der LMSCloud angebotene Koha-Version enthält Anpassungen, die noch nicht in den Standard der Koha-Community-Version eingeflossen sind, weil es wie Du selbst weißt kein Prozess von Tagen und Wochen sondern eher von Monaten und Jahren ist, Erweiterungen in den Standard zu übernehmen. Ohne diese Anpassungen wäre ein Einsatz in öffentlichen Bibliotheken im deutschsprachigen Raum nach unserer fachlichen Einschätzung nur mit großen Einschränkungen möglich. Insofern haben zahlreiche Firmen und Organisationen wie z.B. auch das BSZ, die zur Entwicklung von Koha beitragen, einen Vorlauf mit Änderungen, Fixes und Erweiterungen. Diese Änderungen bringt man üblicherweise in einem eigenen Fork unter. Maßgeblich ist hier doch das Ziel, die Änderungen/Erweiterungen frei für den Standard verfügbar zu machen. Die LMSCLoud-Erweiterungen stehen unter https://github.com/LMSCloud/ für jeden frei zur Verfügung. Somit gibt es auch keinen Vendor-Lock-In. Als wesentlich am Angebot der LMSCloud sehen wir nicht nur die eingesetzte Software, sondern die Dienstleistungen beim Hosting und besonders die Bereitstellung eines angereicherten Datenpools sowie die Integration mit Diensten der ekz und der Onleihe. Ich hoffe, damit klar gemacht zu haben, dass wir kein "eigenes Süppchen kochen", sondern im Gegenteil zur Verbreitung von Koha im deutschen Raum beitragen. Das ist sicherlich im Sinne vieler Bibliotheken, die auf eine Alternative zu ihrem heutigen System warten. Viele Grüße, Roger -- LMSCloud GmbH Roger Großmann - Geschäftsführer Konrad-Zuse-Platz 8 - D-81829 München t +49 (0)89 207042-620 m +49 (0)171-2194775 f +49 (0)89 207042-623 e roger.grossmann@lmscloud.de w www.lmscloud.de
Am 15.11.2016 um 10:44 schrieb Mirko Tietgen <mirko@abunchofthings.net>:
Lieber Roger, liebe Liste,
Roger Grossmann schrieb am 31.10.2016
Im Artikel ist davon die Rede, dass die ekz ein eigenes Bibliothekssystem anbieten würde. Richtig ist, dass die LMSCloud GmbH Koha als gehostetes Bibliothekssystem auf Basis der Community-Version einsetzt.
Diese Aussage ergibt keinen Sinn.
Was hier "Community-Version" genannt wird, ist Koha.
Wenn etwas "auf der Basis" -- also abweichend davon -- angeboten wird, ist es nicht Koha, sondern ein sogenannter Fork[1], und sollte auch nicht unter dem Label "Koha" angepriesen werden.
Es werden Features beworben, die nicht Teil von Koha sind. Das bedeutet zwangsläufig auch, dass es nicht ohne weiteres möglich ist, vom Angebot der LMSCloud zu einem anderen Anbieter oder einem Selbsthosting zu wechseln.
Es handelt sich nicht mehr um die selbe Software. Damit ist ein wesentlicher Vorteil von Koha -- kein Vendor-Lock-In -- praktisch aufgehoben, man bindet sich an einen einzelnen Anbieter und sein Angebot.
Viele Firmen tragen ihre Verbesserungen ganz selbstverständlich zu Koha bei und haben Koha damit über inzwischen 16 Jahre immer weiter aufgebaut. LMSCloud/ekz gehen diesen Weg bisher nicht, sondern nehmen diese Arbeit und kochen damit ihr eigenes Süppchen. Im Sinne der Bibliotheken ist das natürlich nicht. Und es ist nicht Koha.
Viele Grüße,
Mirko Tietgen
[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Abspaltung_(Softwareentwicklung)
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