Lieber Roger, liebe Liste, Roger Grossmann schrieb am 31.10.2016
Im Artikel ist davon die Rede, dass die ekz ein eigenes Bibliothekssystem anbieten würde. Richtig ist, dass die LMSCloud GmbH Koha als gehostetes Bibliothekssystem auf Basis der Community-Version einsetzt.
Diese Aussage ergibt keinen Sinn. Was hier "Community-Version" genannt wird, ist Koha. Wenn etwas "auf der Basis" -- also abweichend davon -- angeboten wird, ist es nicht Koha, sondern ein sogenannter Fork[1], und sollte auch nicht unter dem Label "Koha" angepriesen werden. Es werden Features beworben, die nicht Teil von Koha sind. Das bedeutet zwangsläufig auch, dass es nicht ohne weiteres möglich ist, vom Angebot der LMSCloud zu einem anderen Anbieter oder einem Selbsthosting zu wechseln. Es handelt sich nicht mehr um die selbe Software. Damit ist ein wesentlicher Vorteil von Koha -- kein Vendor-Lock-In -- praktisch aufgehoben, man bindet sich an einen einzelnen Anbieter und sein Angebot. Viele Firmen tragen ihre Verbesserungen ganz selbstverständlich zu Koha bei und haben Koha damit über inzwischen 16 Jahre immer weiter aufgebaut. LMSCloud/ekz gehen diesen Weg bisher nicht, sondern nehmen diese Arbeit und kochen damit ihr eigenes Süppchen. Im Sinne der Bibliotheken ist das natürlich nicht. Und es ist nicht Koha. Viele Grüße, Mirko Tietgen [1] https://de.wikipedia.org/wiki/Abspaltung_(Softwareentwicklung) -- Mirko Tietgen mirko@abunchofthings.net http://koha.abunchofthings.net http://meinkoha.de